Florett RS 1970 (K54/53)

"Wenn Motorradfans fachsimpeln, geht es heute nicht mehr um "schnelle Hirsche". Sie reden von der "RS", der neuen "Rakete" von KREIDLER!" (KF 942.1167)

Zum Modelljahr '68 bot KREIDLER erstmals ein Florett-Modell mit Fahrtwindkühlung an. Wie der obige Auszug aus einem 67er Prospekt zeigt, waren dessen Zielgruppe eindeutig Jugendliche mit dem noch druckfrischen "Klasse 4"-Führerschein in der Tasche. Zwar war die Leistung gegenüber der GT auf dem Papier nicht gewachsen, die RS sah jedoch viel schneller aus. Und tatsächlich entfiel ja bei der RS das Gebläserad, welches ein wenig Leistung schluckte.

Typische Merkmale des ersten Modelljahres sind u.a. der Zylinder mit den 13 vertikalen Kühlrippen oben, die kleinere 116er Radnabe hinten und nicht profilierte Brems- und Kupplungshebel.

Ab dem Modell '69 trug der Zylinder zur besseren Wärmeabfuhr zwei zusätzliche Kühlrippen oben bei weiterhin 5,3 PS. Neben einigen weiteren Detailänderungen war nun auch im Hinterrad eine große 150er Bremsnabe verbaut, und den seitlichen Zugang zum Vergaser ermöglichte ein Langloch (bei frühen 69er wie bei den 68er Modellen noch ein Rundloch).

Bis zum 1970er Modell einschl. hatte die junge Kundschaft keine Auswahl an Ausstattungsvarianten. Als einzige Farbe wurde bei der RS Vulkanrot angeboten, einen Hochlenker gab es erst ab dem Modelljahr '71. Lediglich das optionale Beinschild konnte bestellt werden, was jedoch kaum ein Jugendlicher an seiner "Rakete" sehen wollte.

 

Fahrzeugklasse Leistung (PS) Höchstgeschwindigkeit (km/h) Getriebe
Motorrad 8,5 92 5-Gang Fußschaltung

weitere technische Daten

Diese mit Originalteilen (außer Hauptständer, Unterbau, Schwinge, Felgen, Speichen) neu aufgebaute RS wurde zu Beginn der 80er Jahre zum Motorrad mit 65 ccm und 8,5 PS umgeschrieben (ursprünglich 50 ccm und 5,3 PS), um die hohen Versicherungsbeiträge für Kleinkrafträder zu umgehen. In diesem Zusammenhang wurden der Motor mit großem Stehbolzenabstand, ein 20er Vergaser und die entsprechenden Seitenbleche verbaut. Auf Anfrage der Firma BLEIMO, die den Umbau durchführte, antwortete KREIDLER am 15.5.81, das Fahrwerk sei der durch die Mehrleistung verursachten Belastung durchaus gewachsen. Ohne die notwendige Bearbeitung des Gehäuses rief BLEIMO in der 1983 ausgestellten Rechnung DM 502,85 auf.